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Preußen und Sachsen

Szenen einer Nachbarschaft

Erste Brandenburgische Landesausstellung
Schloss Doberlug, Schlossplatz 1, 03253 Doberlug-Kirchhain
7. Juni bis 2. November 2014

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Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft

Die Ausstellung

Der Titel ist Programm

Eröffnung Erste Brandenburgische Landesausstellung »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft« (Schloss Doberlug, 7. Juni bis 2. November 2014) am 6. Juni 2014 auf dem Schloss- und Klosterareal Doberlug, Doberlug-Kirchahin, Fotos: Thomas Rafalzyk, Berlin Als weltweit erste große kulturhistorische Ausstellung wird die Erste Brandenburgische Landesausstellung die spannungsreiche Beziehungsgeschichte der Nachbarländer Preußen und Sachsen erzählen.
Diese war von kulturellem und wirtschaftlichem Austausch bestimmt, doch auch von Rivalität bis hin zu offener Feindschaft. Hochkarätige Kunstwerke, einmalige Geschichtszeugnisse und mediale Anwendungen lassen Szenen der wechselvollen preußisch-sächsischen »Beziehungskiste« lebendig werden. Im Mittelpunkt steht die Zeit von der Mitte des 17. bis zum 19. Jahrhundert.

Der Anlass

Das 200. Jubiläum des Wiener Kongresses

Eröffnung Erste Brandenburgische Landesausstellung »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft« (Schloss Doberlug, 7. Juni bis 2. November 2014) am 6. Juni 2014 auf dem Schloss- und Klosterareal Doberlug, Doberlug-Kirchahin, Fotos: Thomas Rafalzyk, Berlin Das 200. Jubiläum des Wiener Kongresses von 1814/15 gibt den Anlass für die Landesausstellung. In seiner Folge wurde Europa neu geordnet, und große Teile von Sachsen fielen an Preußen, darunter auch die Niederlausitz sowie die Hälfte der Oberlausitz – die Region, »wo Preußen Sachsen küsst«. Von einem Tag zum anderen wurden die dort lebenden Menschen von Sachsen zu Preußen. Spuren dieser wechselvollen Vergangenheit finden sich in Südbrandenburg bis heute.

Schloss Doberlug

Für die Landesausstellung wachgeküsst

Eröffnung Erste Brandenburgische Landesausstellung »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft« (Schloss Doberlug, 7. Juni bis 2. November 2014) am 6. Juni 2014 auf dem Schloss- und Klosterareal Doberlug, Doberlug-Kirchahin, Fotos: Thomas Rafalzyk, Berlin Stattfinden wird die Erste Brandenburgische Landesausstellung in der Doppelstadt Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster, einem für das Thema der großen Ausstellung authentischen Ort. Schauplatz und zugleich Herzstück der Ausstellung ist Schloss Doberlug, das ehemals zum Besitz der Kurfürsten von Sachsen zählte. Mit der Landesausstellung wird das sorgfältig sanierte Renaissanceschloss, die »sächsische Perle Brandenburgs«, erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Preußen und Sachsen.
Szenen einer Nachbarschaft

Ausstellungskonzept

Eröffnung Erste Brandenburgische Landesausstellung »Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft« (Schloss Doberlug, 7. Juni bis 2. November 2014) am 6. Juni 2014 auf dem Schloss- und Klosterareal Doberlug, Doberlug-Kirchahin, Fotos: Thomas Rafalzyk, Berlin Musenküsse, Verräterküsse, Pferdeküsse: Die Ausstellung beleuchtet auf über 800 Quadratmetern die Eigenart und Bedeutung der preußisch-sächsischen Beziehungen, ihre Höhen und Tiefen, ihre Licht- und Schattenseiten und setzt sich mit den unterschiedlichsten sozial-, kultur- und geistesgeschichtlichen Aspekten der preußisch-sächsischen Nachbarschaft auseinander. Dabei werden nicht zuletzt auch die Klischees von Sachsens Glanz und Preußens Gloria hinterfragt.

Die Szenen

Szene 1

Partner und Rivalen

 Johann Fink/Fincke: Johann Georg II. von Sachsen und Friedrich Wilhelm von Brandenburg, um 1665, Öl auf Leinwand, 163 × 133 cm, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Elke Estel / Hans-Peter KlutEin Händedruck für die Ewigkeit. Freundschaftsbildnisse der Herrscher von Brandenburg-Preußen und Sachsen halten die Verbundenheit fest. Die dargestellte Eintracht der beiden Nachbarn entsprach jedoch nicht immer der Wirklichkeit.

Als Partner und Rivalen stehen sie nebeneinander – links der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm und rechts der sächsische Kurfürst Johann Georg II.
Lange Zeit gab das reiche und mächtige Sachsen gegenüber dem ärmeren Nachbarn den Ton an, doch Ende des 17. Jahrhunderts stieg Brandenburg-Preußen auf zum Partner auf Augenhöhe. Zu jener Zeit vereinte die beiden Kurfürsten ein gemeinsames Ziel: der Wunsch, die Königswürde zu erlangen.

Szene 2

Königskunst

Nautiluspokal
Balthasar Permoser (Entwurf)
Bernhard Quippe (Ausführung)
Um 1707; Nautilusgehäuse, Silber, vergoldet
Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
Foto: Jürgen KarpinskiAnfang des 18. Jahrhunderts entstand dieser kostbare Pokal als gemeinsames Werk des sächsischen Bildhauers Balthasar Permoser und des preußischen Goldschmieds Bernhard Quippe.

In dieser Zeit herrschte ein reger Austausch zwischen den Künstlern, die für die Höfe in Dresden und Berlin arbeiteten. Ihren Auftraggebern war der Aufstieg in den Reigen der gekrönten Häupter Europas gelungen. Als Könige bauten sie ihre Residenzen prachtvoll aus, legten großzügige Sammlungen an und taten alles, um ihrem neuen Rang den nötigen Glanz zu verleihen. Dabei beäugten sie aufmerksam, was jeweils am benachbarten Königshof entstand. Die Künste in Sachsen und Preußen profitierten vom kulturellen Wettstreit der Könige.

Szene 3

Glaubenssache

Austeilung des Abendmahls in Gegenwart der protestantischen Fürsten (Konfessionsgemälde aus Luckau)
1689; Öl auf Holz
Ev. Kirchengemeinde St. Nikolai Luckau
Foto: Thomas KläberDer Wappenschild mit Kurschwertern und Rautenkranz gehört dem Kurfürsten von Sachsen, der rote Adler kennzeichnet den Brandenburger. Gemeinsam stehen die Kurfürsten ein für das lutherische Bekenntnis.

Sachsen und Brandenburg-Preußen gelten als Schutzmächte des Luthertums. Noch das Luckauer Gemälde vom Ende des 17. Jahrhunderts zeigt die beiden Herrscher als Garanten dieses Bekenntnisses. Doch schon seit 1613 zählte der brandenburgische Kurfürst zu den Reformierten. Und der sächsische Kurfürst trat 1697 zum katholischen Glauben über, denn nur so konnte er König von Polen werden. Die Untertanen blieben in der weiten Mehrheit gut lutherisch, in Preußen wie in Sachsen.

Szene 4

Von Glanz und Gloria

Johanniteraufschwörungstafel des Johann Ludwig von Schöning
1699; Pergament
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, BerlinLandesgrenzen hatten wenig Bedeutung für den Adel in Preußen und Sachsen. Dies lässt sich an der Ahnentafel des Johann von Schöning ablesen.

Sein Vater wechselte aus dem preußischen in den kursächsischen Dienst, als Militär machte er dort Karriere. Auch Johann von Schöning diente am sächsischen Hof als Kammerherr, trotzdem zeichnete ihn der preußische Herrscher mit der Aufnahme in den Johanniterorden aus. Schönings Tochter und Erbin wiederum ging zurück nach Preußen, wo sich die Güter der Familie befanden, und heiratete dort einen preußischen Offizier. Ein Beispiel unter vielen für die Geschichte adligen Lebens zwischen den Höfen in Berlin und Dresden.

Szene 5

Um die Vormacht

Die gekrönten Grazien
Johann Friedrich Eberlein
1746; Porzellan
Historisches Museum Basel
Foto: J. KarpinskiIm fröhlichen Reigen drehen sich drei Grazien. Es sind die Verkörperungen Sachsens, Polens und Frankreichs. Sie feiern die Vermählung einer sächsischen Prinzessin mit dem französischen Thronfolger 1747.

Im Spiel der europäischen Mächte konkurrierten Preußen und Sachsen Mitte des 18. Jahrhunderts um die Vormacht. Auf dem Heiratsmarkt agierte Sachsen dabei erfolgreicher als sein Nachbar. Als der preußische König 1756 ohne Kriegserklärung in Sachsen einfiel, endete das glanzvolle augustäische Zeitalter. Gezielt ließ Friedrich II. das Land während des Siebenjährigen Krieges ausbluten. Kein Wunder, dass Friedrich für Sachsen bis heute nicht »der Große« ist!

Szene 6

Im Dialog

Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Johann Heinrich Tischbein d. Ä.
1771; Öl auf Leinwand
Gleimhaus HalberstadtIntensive Verbindungen zwischen Künstlern, Literaten und Wissenschaftlern prägten die preußisch-sächsischen Beziehungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – der Hochzeit der Aufklärung.

Publizistische Tätigkeiten und gesellige Zusammenkünfte der sogenannten Gelehrten in Preußen und Sachsen ermöglichten erst richtungsweisende Entwicklungen der Aufklärung – gerade wegen der Nähe und Konkurrenz der Nachbarländer. Der fruchtbare Dialog spielte sich in Hochschulen, Akademien, gelehrten Gesellschaften, Büchern und Zeitschriften ab, aber auch in privaten Briefwechseln. Ein wechselseitiger Austausch auf allen Ebenen!

Szene 7

Heute Sachse, morgen Preuße

La Balance Politique
Eugène Delacroix (?)
1815; kolorierter Stich
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLU B)Der Wiener Kongress von 1814/15 zog neue Grenzen. Sachsen musste an den Kriegsgewinner Preußen fast zwei Drittel seines Territoriums abtreten. Die Untertanen wurden nicht gefragt.

In den Napoleonischen Kriegen hatte Sachsen lange als Verbündeter Frankreichs ausgeharrt. Als der Stern Napoleons sank, ging auch Sachsen unter. Preußens Ehrgeiz, sich das ganze Nachbarterritorium einzuverleiben, wurde auf dem Wiener Kongress nicht befriedigt. Zu sehr fürchteten die anderen Staaten den preußischen Machtgewinn. In Wien wurde um Länder, Grenzen und um Menschen gefeilscht. Der Kongress tanzte nicht nur, er vermaß Europa.

Katalog & Kurzführer

Kultureller und wirtschaftlicher Austausch oder Rivalität und offene Feindschaft? Der Katalog erzählt in sieben Szenen die wechselvolle und mitunter schwierige Beziehungsgeschichte der Nachbarländer Preußen und Sachsen.

Katalog: Preußen und Sachsen, Szenen einer Nachbarschaft

Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft

Herausgegeben von Frank Göse / Winfried Müller / Kurt Winkler / Anne-Katrin Ziesak für das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
SANDSTEIN Verlag, Dresden 2014, ca. 530 Seiten, ca. 460 Abbildungen, 28 × 22 cm
Museumsausgabe: Klappenbroschur | ISBN 978-3-95498-105-2 | 25 Euro
Buchhandelsausgabe: Festeinband | ISBN 978-3-95498-084-0 | ab 1. Juni 2014: 48 Euro / Subskriptionspreis bis 31. Mai 2014: 28 Euro


Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft. Kurzführer

Hg. von Peter Langen und Anne-Katrin Ziesak für das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
SANDSTEIN Verlag, Dresden 2014, 48 Seiten, 28 Abbildungen, 22 × 14 cm
Broschur | ISBN 978-3-95498-110-6 | 5 Euro


www.sandstein.de

Trailer zur Landesausstellung

wo Preußen Sachsen küsst

Spielfilmspots zur Ersten Brandenburgischen Landesausstellung

 

Making-Of

 

Eine Produktion von Studierenden der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg (HFF)
© HFF 2014

Schirmherrschaft

Die Erste Brandenburgische Landesausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke und des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen Stanislaw Tillich.

Akteure

Träger

Ausgerichtet wird die Ausstellung vom Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam.

Kuratorium und Fachbeirat

Ein Kuratorium unter dem Vorsitz von Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst und ein Fachbeirat stehen dem HBPG zur Seite. In beiden Gremien sind sowohl brandenburgische als auch sächsische Einrichtungen vertreten. Sprecher des Fachbeirates sind Prof. Dr. Frank Göse, Historisches Institut Universität Potsdam, sowie Prof. Dr. Winfried Müller, Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Kooperationspartner

Durchgeführt wird die Erste Brandenburgische Landesausstellung in Verbindung mit dem Historischen Institut der Universität Potsdam, dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv sowie dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde und dem Sorbischen Institut. Zahlreiche weitere Partner in Brandenburg und Sachsen unterstützen das Vorhaben, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Das Team

Gesamtleitung

Dr. Kurt Winkler, Projektleiter, Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Katja Meyer, Referentin

Bereich Ausstellung, Publikationen, Vermittlung

Anne-Katrin Ziesak, Leitung, Kuratorin der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung
Peter Langen, Wissenschaftliche Mitarbeit
Dr. Ewa Gossart, Registrarin
Dana Kresse, Vermittlung, Museumspädagogik
Stephan Gutschmidt, Assistent im Bereich Ausstellung, Publikation, Vermittlung

Bereich Organisation, Finanzen, Betrieb

Samo Darian, Leitung
Katja Meyer, Stellv. Leitung Organisation, Finanzen, Betrieb
Bettina Scharf, Leitung Veranstaltungen, Kooperationen, Ticketing
Christin Münch, Veranstaltungskalender
Ulrike Strube, Leitung Besucherservice, Konzeption Schülerfahrten
Karina Wisniewski, Stellv. Leitung Besucherservice,
Kerstin Petzold, Mitarbeit Besucherservice/Schülerfahrten
Ina Plitta, Mitarbeit Schülerfahrten /Buchungen

Bereich Kommunikation

Elke Scheler, Leitung
Dr. Antje Frank, Pressearbeit, Medienpartnerschaften
Kirsten Foemmel, Marketing, Social Media
Christine Oehrlein, Grafik, Mediaplanung
Christian Huber, Vertrieb

Ausstellungsarchitektur und Corporate Design

gewerk design, Berlin

Ausstellungsgrafik

Team VIERZIG A, Dessau

Museumsbetrieb

WWS Strube GmbH